Rassestandard

Rasseportrait
Über „den Ridgeback“ gab und gibt es sicherlich viel zu sagen/schreiben. Angefangen bei den Erzählungen von den „ersten“ und ursprünglichen Hunden im kolonialisierten südlichen Afrika bis hin zu den vielen Rassebeschreibungen von all denen, die – wie wir auch – dieser Rasse „verfallen“ sind. Ich möchte mich bei „meinem Rasseportrait“ auf Wesen und Charakter beschränken. Die äusseren Rassemerkmale sind beschrieben und festgelegt im Original Rassestandard (s.u.)
Meine persönliche Faszination begründet sich auf dem „ersten Eindruck“, der allerersten Begegnung mit einem Ridgeback:

Ein rotbrauner, kurzhaariger, muskulöser Hund, in einer unglaublichen Präsenz und Erhabenheit, die ich in dieser Form vorher nie bei einem Hund erlebt hatte.

Bis heute erlebe ich diese Momente immer wieder in derselben Intensität, wenn ich unsere Hunde draussen beobachte – es scheint als würde die Zeit für einen Moment stehen bleiben, wenn ein Ridgeback seine Aufmerksamkeit auf etwas richtet.

Er besitzt eine natürliche Wachsamkeit und einen untrüglichen Sinn für Gefahren. Betrachte ich diese Wesensmerkmale aus züchterischer Sicht, so verbindet sich ganz klar damit auch die Verplichtung, die Schutz- und Verteidigungsbereitschaft dieser Hunde hervorzuheben.

Die Lauffreude und Wendigkeit von Ridgebacks faszinieren mich immer wieder bei Hetz-und Jagdspielen in der Gruppe. Ridgebacks spielen ausdauernd und oft stundenlang. Immer wieder wechseln Rauf-/ Beiß- Spiele und wilde Hetzjagden. Unsere Hunde lieben die langen Spaziergänge mit „Freunden“, die Ausritte und das Radfahren und nutzen jede Möglichkeit, ihren angeborenen starken Jagdtrieb auf diese Weise „auszuleben“. Ohne diese tägliche Beschäftigung wäre es nicht möglich, sich mit drei „afrikanischen Jägern“ in relativ wildreichem Gebiet aufzuhalten, ohne die Kontrolle zu verlieren.

So ist ein Ridgeback sicherlich ein idealer Begleiter für aktive Menschen, die sich gerne in der freien Natur bewegen.

Im Haus ist er ein recht ruhiger Hund, der den Komfort von Wärme und weichem Lager zu schätzen weiß.

Als Grundbedingung braucht er als ausgesprochener Rudelhund – vor allem, wenn er als Einzelhund gehalten wird – die Nähe zum Besitzer, bzw. zur Familie.

Eines der auffallendsten äusseren Merkmale ist der Ridge. Der sogenannte Rückenkamm reicht in etwa von den Schultern  bis zu den Hüften und besteht aus einem schmalen Fellstreifen der sozusagen in die „andere Richtung“ wächst. Im Idealfall besteht der Ridge im vorderen Drittel aus der halbrunden Box und zwei parallel angeordneten Haarwirbeln. Alle weiterern äusseren Merkmale beschreibt der unten stehende Rassestandard.

bybarbarastolz

 

Original Standard Südliches Afrika
Standard Nr. 146/ 07.08.1998
Übersetzung von Jochen H. Eberhardt

Der Rhodesian Ridgeback wird noch immer zur Jagd von Wild in vielen Teilen der Welt verwendet, wird aber besonders als Wachhund und Familienhund geschätzt.

Gruppe 6 – Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen. Sektion 3 – Verwandte Rassen. Ohne Arbeitsprüfung.

Der Rhodesian Ridgeback ist gegenwärtig die einzige anerkannte Rasse, die dem südlichen Afrika entstammt. Seine Ahnen können zurückverfolgt werden zur Kapkolonie, wo sie sich sowohl mit den Hunden der frühen Pioniere vermischten als auch mit den halbdomestizierten Hottentottenhunden, die einen Rückenkamm hatten. 

Meist in Gruppen von zwei oder drei Hunden jagend, war die ursprüngliche Aufgabe des Rhodesian Ridgebacks Großwild, hauptsächlich Löwen aufzuspüren und mit großer Behändigkeit am Stand zu halten, bis der Jäger herangekommen war. Der Originalstandard, von F.R. Barnes 1922 in Bulawayo, Rhodesien, aufgestellt, gründete auf dem Dalmatiner-Standard und wurde von der Kennel Union des Südlichen Afrika 1926 anerkannt.

Der Rhodesian Ridgeback sollte einen ausgewogen gebauten, starken, muskulösen, wendigen und aktiven Hund darstellen, symmetrisch im Profil und bei mittlerer Geschwindigkeit äußerst ausdauernd. Das Hauptaugenmerk ist auf Beweglichkeit, Eleganz und funktionale Gesundheit ohne irgendwelche Tendenzen zu einer massiven Erscheinung zu legen. Die Besonderheit der Rasse ist der Rückenkamm („ridge“), der dadurch entsteht, dass die Haare in Gegenrichtung zu denen am übrigen Körper wachsen. 

Der Rückenkamm ist das Wappenzeichen der Rasse. Der Rückenkamm muss klar abgegrenzt sein, symmetrisch und zu den Hüfthöckern hin schmaler werden. Er muss unmittelbar hinter den Schultern beginnen und bis zu den Hüfthöckern reichen. Der Rückenkamm darf nur zwei Wirbel („crowns“) aufweisen, die dieselbe Form haben und einander gegenüberliegen. Die Unterkanten der Wirbel dürfen nicht über das obere Drittel des Rückenkamms hinausgehen. Ein guter Durchschnittswert für die Breite des Rückenkamms ist 5 cm (2 inches)

Würdevoll, intelligent, Fremden gegenüber zurückhaltend, aber ohne Anzeichen von Aggressivität oder Scheu.

Oberkopf

Schädel

Sollte von mittlerer Länge sein (Breite zwischen den Behängen, Entfernungen vom Hinterhauptstachel bis zum Stirnabsatz, vom Stirnabsatz bis zur Nasenspitze sollte gleich sein), flach und breit zwischen den Behängen; in entspannter Haltung keine Faltenbildung am Kopf.

Stop

Der Stirnabsatz sollte recht gut markiert sein. Das Profil darf nicht in einer Geraden vom Hinterhauptstachel zur Nasenspitze verlaufen.

Gesichtsschädel

Nasenschwamm

Die Nase sollte schwarz oder braun sein. Eine schwarze Nase sollte mit dunklen Augen, eine braune Nase mit bernsteinfarbenen Augen einhergehen.

Fang

Der Fang sollte lang, tief und kräftig sein.

Lefzen

Die Lefzen sollten straff sein und an den Kiefern anliegen.

Kiefer/Zähne

Starke Kiefer, mit einem perfekt schließenden und vollständigen Scherengebiss. Das heißt, dass die oberen Schneidezähne die unteren Schneidezähne dicht übergreifen und senkrecht im Kiefer stehen. Die Zähne müssen gut entwickelt sein, besonders die Eck- oder Fangzähne.

Backen

Keine Backen.

Augen

Sollten mäßig weit voneinander eingesetzt sein, rund, klar und funkelnd, mit intelligentem Ausdruck. Ihre Farbe soll mit der Fellfarbe harmonieren.

Behang

Sollte ziemlich hoch angesetzt sein, von mittlerer Größe, recht breit am Ansatz und sich zu einer abgerundeten Spitze verjüngen. Er sollte am Kopf anliegend getragen werden

 

Hals

Sollte ziemlich lang sein, kräftig und ohne lose Kehlhaut.

Rücken

Kraftvoll.

Lenden

Stark, muskulös und leicht gewölbt.

Brustkorb

Sollte nicht zu breit sein, aber sehr tief und geräumig; der tiefste Punkt des Brustbeins sollte in Höhe des Ellenbogenpunktes liegen.

Vorbrust

Sollte von der Seite gesehen, sichtbar sein.

Rippen

Mäßig gewölbt, niemals tonnenförmig.

Am Ansatz kräftig, zur Rutenspitze hin allmählich dünner werdend, nicht grob. Von mäßiger Länge, weder zu hoch noch zu tief angesetzt, leicht gebogen getragen, aber niemals geringelt.

Vorderhand

Die Vorderläufe sollten vollständig gerade sein, stark und mit kräftigen Laufknochen, die Ellenbogen am Rumpf anliegen. Von der Seite gesehen sollte der Vorderlauf breiter sein als von vorn gesehen. Starke Vorderfußwurzelgelenke, Vorderfuß leicht geneigt gestellt.

Schultern

Die Schultern sollten sich, schrägliegend, klar abzeichnen und muskulös, große Geschwindigkeit erahnen lassen.

Hinterhand

Die Bemuskelung der Hinterhand sollte schlank sein, die Knie gut gewinkelt, der Hintermittelfuß kurz.

Pfoten

Rund, eng aneinander liegende und gut gewölbte Zehen.

Gangwerk

Mit gutem Raumgriff, frei und rege.

Haar

Sollte kurz und dicht sein, glatt und glänzend im Aussehen, aber weder wollig noch seidig.

Farbe

Hell weizenfarben bis rot weizenfarben. Ein wenig Weiß an der Brust und an den Zehen ist statthaft, ausgedehnte weiße Behaarung hier, am Bauch oder oberhalb der Zehen ist unerwünscht. Ein dunkler Fang und dunkle Behänge sind statthaft. Zu viele schwarze Haare in ganzen Fell sind äußerst unerwünscht.

Die erwünschten Widerristhöhen sind:

  • Rüden 63 cm (25 inches) bis 69 cm (27 inches).
  • Hündinnen 61 cm (24 inches) bis 66 cm (26 inches).

Gewicht:

  • Rüden 36,5 kg (80 lbs).
  • Hündinnen 32,0 kg (70 lbs).

 

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.